Was muss man beachten wenn man sich die erste DLSR kauft?
Diese Frage habe ich in letzter Zeit öfters gehört und deswegen ein kleiner Ratgeber dazu.
Bei der Anschaffung der ersten DLSR hat man noch eine große Auswahl – Jede Marke hat nicht nur eine, sondern zig verschiedene aktuelle Modelle. Je nach Anforderung und Erfahrung. Aber wenn man sich mal für eine Marke entschieden hat, dann kauft man sich Objektive, Akkus und sonstiges Zubehör für diese Marke. Da man das Zubehör, vor allem die Objektive, bei neuen Kameras auch wieder nutzen kann, ist diese Entscheidung eine schwerwiegende. Frei nach dem Motto: Kamerabodies kommen und gehen, Objektive sind für immer…
Wer will schon sein Canon Equipment für zig Hundert oder Tausend Euro komplett austauschen müssen, weil er jetzt doch zu Nikon wechselt?
Welcher Hersteller für die Kamera?
Deswegen schauen wir uns erst einmal die Kamera selber, also den Body an.
Es gibt mittlerweile zwar eine große Palette an DSLR Kamerahersteller, aber unter professionellen Fotografen sind die “großen zwei” die einzigen akzeptierten: Canon und Nikon.
Neben der langen Geschichte und Erfahrung gibt es für diese Kameras auch das, mit Abstand meiste, Zubehör, auch gebrauchtes. Vertrauen wir den Profis!
Beide Hersteller sind Preislich und Leistungsmäßig mit ihren Modellen immer auf einer Höhe, es gibt eher nur marginale technische Unterschiede. Zwischen den zwei Herstellern gibt es eine ähnliche Rivalität zwischen Mac und Windows Nutzern, nur nicht ganz so verbissen.
Ein schönes Zitat zu den Canon/Nikon-Unterschieden:
“Canons are the best cameras available designed by engineers, and Nikons are the best cameras one can buy designed by photographers”
Zu Deutsch: Es ist Geschmackssache. Das Handling ist leicht unterschiedlich, am besten einmal ausprobieren! Wer ein paar Freunde hat mit Ausrüstung von einem der zwei Hersteller würde ich ebenfalls diese Marke empfehlen. Dann kann man sich Gegenseitig mit Tipps oder Zubehör helfen.
Welches Modell soll ich jetzt aber nehmen?
Schau dir die Features der Kamera an, überlege wieviel du ausgeben willst. Klingt einfach, oder?
Grundlegend gilt: Lieber ein teureres Objektiv und dafür ein kleineren Body.
Megapixelwahn
Jede Generation von Kameras hat mehr Megapixel als die Generation zuvor. Doch sind 6 Megapixel schlechter als 10MP, oder gar 15MP?
Eine Auflösung von 6MP reicht schon völlig aus um ein Foto in einer Größe von DIN A4 mit hoher Qualität entwickeln zu lassen. Also für 99% aller Aufgaben ausreichend. Wenn man allerdings nur einen Ausschnitt des Fotos nehmen will, oder in DIN A3 oder größer drucken will, dann benötigt man ein paar Pixel Reserve.
Die heute üblichen 10 MP reichen aber in jedem Fall aus.
Ein wichtigerer Faktor ist aber das “Rauschen”. Je größer ein Sensorchip ist, desto weniger Rauschen produziert er. Je mehr Megapixel er mit der gleichen Größe liefern muss, desto mehr Rauschen produziert er.
Das Objektiv
Das wichtigste an einer Kamera ist aber das Objektiv. Das ist das entscheidende Element!
Es gibt im Endeffekt 3 größen an einem Objektiv: Blende, Zoom und Schärfe.
Blende
Die Blende oder auch Lichtstärke ist wichtig, da sie auch die mögliche Tiefenschärfe bestimmt.
Wer ohne Blitze arbeitet, muss auch bei wenig Licht noch Informationen auf den Sensor bekommen. Deswegen: Je kleiner die Blendenzahl, je mehr Licht kommt auf den Sensor.
Auf diesem Weg kann man die Belichtungszeit kürzer gestalten und somit verwischen die Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen nicht.
Zoom
Mit dem Zoom kommt die Vielfältigkeit. Je größer der Zoombereich ist, desto mehr Situationen können sie abdecken indem sie das Objektiv nutzen können. Dadurch wird aber die Lichtstärke (=Blende) wieder reduziert, da mehr Linsen eingesetzt werden müssen.
Am billigsten lassen sich also Festbrennweiten mit hoher Blende realisieren, die lichtstarken Zoom-Objektive können dagegen sehr teuer werden.
Als Anfänger sollte man sich aber ein gutes “Immerdrauf”-Objektiv gönnen. Dieses sollte bei ca. 17mm beginnen und mindestens bis ca. 80mm reichen. Damit kann man eine sehr große Anzahl an Situtationen abdecken.
Schärfe
Diese Größe ist leider nicht sehr leicht zu beziffern. Man will ein hochqualitatives Objektiv haben, das eine gute Schärfe bietet, aber dies wird leider nicht mit angegeben. Da heißt es dann wieder: Testberichte lesen, vergleichen, ausprobieren….
Ich empfehle zum Anfang ein Objektiv das eine große Reichweite abdeckt, wie z.B. das Sigma 18-200mm F3,5-6,3. Zusätzlich dazu eine gute und unter 100 Euro richtig preiswerte Festbrennweite mit 50mm und einer Blende von 1,8. Sehr gute Schärfe und eine sehr große Lichtstärke bei so einem Preis – sehr zu empfehlen.
Fazit
Viele Entscheidungen sind zu treffen bevor man sich die erste DSLR kauft. Also nehmt euch erst einmal Zeit und schaut euch die Modelle selber an. Denkt auch an eine schnelle Speicherkarte, bei den billigsten reizt man sonst die Geschwindigkeit der Kameras nicht aus. Überlegt für was ihr sie nehmen wollt und schaut euch Beispiele auf Flickr (o.ä.) an. Dort könnt ihr auch immer die Kameras und Objektive in den EXIF-Daten erfahren.
Viel Glück dabei!